Bardo, Der Weg durch die Lücke
— Über Leben, Tod und innere Transformation —
März 2026
Bardo ist ein tibetisches Wort und bedeutet «dazwischen». Gemeint ist der Zwischenraum – der Übergang. Im Tibetischen Buddhismus beschreibt Bardo nicht nur den Zustand nach dem Tod, sondern jeden Moment des Wandels.
Denn ständig endet etwas – und ständig beginnt etwas Neues.
Jeder Abschied ist ein kleiner Tod.
Jeder Neubeginn eine kleine Geburt.
Das bekannte «Tibetische Totenbuch», genauer: Die grosse Befreiung durch Hören im Zwischenzustand, beschreibt diese Übergänge eindrücklich. Es spricht vom Ringen zwischen Klarheit und Verwirrung, zwischen Angst und Vertrauen. Und es erinnert uns daran, dass wir inmitten aller Veränderungen Zugang zu unserer tieferen Natur haben.
«Der Bardo erinnert uns daran, dass Leben und Tod keine Gegensätze sind, sondern ein fortwährender Übergang, ein Bewusstseinsraum, in dem Transformation geschieht.»
Warum ist das heute relevant?
Weil wir in einer Zeit leben, in der Sicherheiten brüchig werden. Gewohnheiten lösen sich auf. Krisen,persönlich wie kollektiv, erschüttern vertraute Strukturen. Wir erleben Übergänge, ob wir wollen oder nicht.
Die Bardo-Lehre lädt uns ein, diesen Wandel nicht nur zu ertragen, sondern bewusst zu durchschreiten.
Sterben lernen – um bewusster zu leben
Wir können unseren physischen Tod nicht kennen. Doch wir können lernen, mit Übergängen umzugehen. Wir können üben, loszulassen. Wir können erforschen, was geschieht, wenn Identitäten, Sicherheiten und Vorstellungen ins Wanken geraten.
«Wer lernt, kleine Tode im Leben bewusst zu durchschreiten, begegnet auch dem grossen Übergang mit mehr Klarheit, Vertrauen und innerer Verankerung.»
Sterben bedeutet nicht nur das Ende des Körpers. Es ist ein Prozess des Loslassens von Identität, Kontrolle und Gewissheit, damit das Wesentliche sichtbar werden kann.
Diese Übung geschieht nicht erst am Lebensende. Sie geschieht hier.
Im Konflikt.
Im Abschied.
Im Scheitern.
Im Neubeginn.
Im Atem zwischen Ein- und Ausatmen.
Wir müssen nicht warten, bis ans Ende unseres Lebens, um uns selbst zu begegnen. Wir können jetzt üben – mitten im Leben.
Vielleicht ist genau das gemeint mit dem alten Satz: «Stirb, bevor du stirbst.»
Ein Raum für bewusste Erfahrung
Für manche Menschen bleibt diese Einsicht eine philosophische Betrachtung. Für andere entsteht daraus der Wunsch, diesen Zwischenraum nicht nur zu bedenken, sondern bewusst zu erforschen. Wie fühlt es sich an, wenn Identitäten weicher werden? Wenn Kontrolle nachlässt? Wenn der gewohnte Verstand nicht mehr alles einordnen kann?
In den 1990er Jahren machte eine Frau namens Samarpito eine Nahtod-Erfahrung, in der sie dem begegnete, was in der Bardo-Lehre als das «Klare Licht» bezeichnet wird – eine Dimension von Bewusstheit jenseits von Angst und persönlicher Identität. Diese Erfahrung war für sie kein abstraktes Konzept, sondern eine existenzielle Realität.
Da sie zu diesem Zeitpunkt bereits viele Jahre meditierte und intensiv mit der Körper- und Energiearbeit des Tibetan Pulsing vertraut war, begann sie, diese Erfahrung mit ihrer Praxis zu verbinden. Aus dieser Verbindung entstand schliesslich ein 4½-tägiger Erfahrungsprozess mit dem Namen «The GAP» – die Lücke. Ein Jahr später folgte die Vertiefung dieses Ansatzes im heutigen «The VOID».
1995 übergab Samarpito den GAP-Prozess an Ranva Görner, zwei Jahre später auch den VOID-Prozess. Seither führt Ranva diese Arbeit weiter – getragen von Meditation, Bardo-Weisheit und erfahrungsorientierter Körper- und Energiearbeit. Die Lehre wurde dabei nicht nur theoretisch weitergegeben, sondern durch persönliche Begleitung, Praxis und direkte Erfahrung übermittelt.
So wurde aus einer persönlichen Grenzerfahrung eine Praxis, die Menschen dabei unterstützt, Übergänge bewusst zu erleben – im Leben wie im Sterben.
«Sterben bedeutet nicht nur das Ende des Körpers – es ist ein Prozess des Loslassens von Identität, Kontrolle und Gewissheit, damit das Wesentliche sichtbar wird.»
Ranva führt «The GAP» und «The VOID» im Landguet Ried durch – in einem geschützten Rahmen, der es ermöglicht, Übergänge nicht nur zu verstehen, sondern unmittelbar zu erfahren. Durch Meditation, achtsame Selbsterforschung und bewegte Praxis entsteht ein Raum, in dem Projektionen, Ängste und innere Fixierungen sichtbar werden können – nicht um sie zu dramatisieren, sondern um sie bewusst zu durchschreiten.
Möchtest du diesen «Zwischenraum» nicht nur verstehen, sondern selbst erfahren, mehr über dem Prozess und Tibetan Pulsing erfahren ? Hier findest du Details zum «The GAP» >>>