Einführung
Was geschieht, wenn ich wirklich loslasse? Woran halte ich fest – und wovor habe ich Angst? The GAP lädt dich ein, dem Zwischenraum zu begegnen, den die tibetische Tradition Bardo nennt: die «Lücke» zwischen zwei Momenten, zwischen Ein- und Ausatmen, zwischen Lebensphasen – und letztlich zwischen Leben und Tod. Statt als abstrakte Idee wird dieser Zwischenzustand als unmittelbare Erfahrung erforscht: still, achtsam, mitfühlend und zugleich kraftvoll.
Wer die Hintergründe zur Bardo-Lehre und zur Entstehung dieser Arbeit vertiefen möchte, findet weiterführende Gedanken im Blogbeitrag >>>>.
Was ist der GAP?
Der 4½-tägige Prozess «The GAP» ist ein intensiver Initiations- und Erfahrungsraum, der Meditation, Selbsterforschung sowie Körper- und Energiearbeit miteinander verbindet. Er ist zugleich kraftvoll und still, klärend und lebendig – viele erleben ihn als tiefgehendes AHA-Erlebnis, auch auf körperlicher Ebene.
«GAP» bedeutet «Lücke» und bezieht sich auf den Bardo – den Zwischenzustand, wie er im Tibetischen Buddhismus beschrieben wird. Bardo meint nicht nur die Phase rund um den Tod, sondern jeden Übergang im Leben. Zwischen Ein- und Ausatmen. Zwischen zwei Gedanken. Zwischen Abschied und Neubeginn.
Denn ständig endet etwas – und ständig entsteht etwas Neues.
Jeder Moment trägt die Qualität von Sterben und Werden.
Der GAP lädt dazu ein, diesen Übergängen bewusst zu begegnen. In der «Lücke» – im Zwischenraum – kann sich zeigen, was jenseits von Identität, Gewohnheit und Kontrolle liegt: die klare, unvergängliche Natur des Bewusstseins.
Es geht dabei nicht um Glaubenssysteme oder exotische Rituale, sondern um direkte Erfahrung.
Was geschieht in mir, wenn ich loslasse?
Was stirbt – und was bleibt?
Wie kann ich dem Unbekannten mit mehr Vertrauen begegnen?
Der Prozess entstand aus einer Nahtod-Erfahrung von Samarpito im Jahr 1990. Aus dieser existenziellen Erfahrung entwickelte sie 1995 einen Weg, der Bardo-Weisheit, Meditation und erfahrungsorientierte Körperarbeit verbindet. Später übergab sie den GAP an Ranva Görner, die diese Arbeit seither weiterführt und vertieft.
BARDO
(engl. Gap) bedeutet Lücke oder Zwischenraum und verweist auf den Begriff «Bardo» aus dem Tibetischen Buddhismus. Im Westen wurde der Bardo vor allem durch das Bardo Thödol – das sogenannte Tibetische Totenbuch – bekannt. Dort beschreibt er die Übergänge zwischen Leben und Tod sowie zwischen Tod und Wiedergeburt.
Doch auch unsere Lebensspanne zwischen Geburt und Tod wird als ein Bardo verstanden – als ein Zwischenzustand, als ein fortwährender Prozess von Wandel und Übergang. Genau diesem «Bardo des Lebens» widmet sich der GAP.
Er lädt dazu ein, in achtsamer und mitfühlender Präsenz jene Verwirrungen, Projektionen und Ängste zu erkennen und loszulassen, die wir in Bezug auf Leben und Tod entwickelt haben.
Durch die intensive Praxis stiller Meditation, getragen von der Weisheit des Tibetischen Buddhismus und verbunden mit Körper- und Energiearbeit aus dem Tibetan Pulsing, führt der GAP in Erfahrungsräume, die jenseits rein verstandesmässiger Kontrolle liegen. Räume, die der gewohnte Verstand oft meidet – und denen wir dennoch mit Klarheit, Mitgefühl und innerer Stabilität begegnen können.
Tibetan Pulsing
Tibetan Pulsing ist eine meditative Körperarbeit, die Berührung, Achtsamkeit und Musik miteinander verbindet. Die Wurzeln der Methode liegen in alten rituellen Praktiken aus Tibet und im Taoismus. Vor vielen Jahrhunderten waren diese Traditionen noch eng miteinander verbunden. Was wir heute als getrennte Systeme wie tibetische Medizin, chinesische Medizin oder Taoismus kennen, war ursprünglich ein gemeinsamer spiritueller Erfahrungsraum.
In Klöstern wurde mit Energiepunkten am Körper gearbeitet, begleitet von Gesängen und Klang. Diese Praxis war lange Zeit nur einem kleinen Kreis zugänglich. Erst in der Neuzeit wurde sie in einer offenen und zeitgemässen Form weiterentwickelt.
Die heutige Form des Tibetan Pulsing geht wesentlich auf Shantam Giraj, mit bürgerlichem Namen James Richard Early, zurück. In den 1970er Jahren – einer Zeit des kulturellen und therapeutischen Aufbruchs – machte er während einer persönlichen Heilkrise eine entscheidende Entdeckung: Wenn er seine Hand achtsam und ohne Druck auf schmerzende Körperstellen legte und dem Puls lauschte, begann sich etwas zu verändern. Energie kam in Bewegung. Mit der Zeit zeigten sich innere Klänge und Resonanzen. Später bestätigten ihm tibetische und taoistische Lehrer, dass er damit ein altes energetisches Wissen neu entdeckt hatte.
Aus dieser Erfahrung entwickelte sich ein System, das mit 24 Organqualitäten arbeitet, die in enger Verbindung mit dem Nervensystem stehen. Tibetan Pulsing versteht den Menschen als ein bioelektrisches Wesen, das auf verschiedenen Ebenen erlebt: Instinkt, Intuition, Intellekt und ein Zustand von Einklang, in dem alles zusammenstimmt.
In einer Sitzung liegt man entspannt und rezeptiv, während eine geschulte Person mit sanfter, präsenter Berührung an bestimmten Punkten arbeitet. Musik unterstützt den Prozess. Man muss nichts tun und nichts leisten. Der Körper darf reagieren, Spannungen können sich lösen, innere Prozesse dürfen geschehen. Viele Menschen erleben die Methode als tief entspannend, klärend und zugleich belebend.
Eine Veranstaltung bietet die Möglichkeit, diese besondere Verbindung von altem Wissen und moderner Praxis kennenzulernen. Du erhältst Einblicke in die Herkunft und das Menschenbild hinter Tibetan Pulsing – und kannst zugleich eigene Erfahrungen machen.
Tibetan Pulsing richtet sich nicht nur an Menschen mit spiritueller Erfahrung. Es ist ein offener Erfahrungsraum für alle, die neugierig sind, ihren Körper bewusster wahrzunehmen, innere Zusammenhänge zu erforschen und neue Zugänge zu sich selbst zu entdecken.
(Tibetan Pulsing ist eine kraftvolle und einfühlsame Energie- und Körpermethode, die mit der Kraft des Herzens arbeitet. Falls Du noch keine Erfahrung damit hast, gönne Dir eine oder mehrere Einzelsessions zur Vorbereitung. Eine Liste erhältst Du von Beatrice oder Ranva.)
Was geschieht, wenn ich loslasse, mich löse, sterbe?
An was halte ich fest? Wovor habe ich Angst?
Wir alle werden – körperlich betrachtet – sterben – nur wann und wie ist ungewiss. Der Prozess des Sterbens und des Nach-Todes ist ein Lösen und Abschied des Bewusstseins von der körperlichen Form. Er kann Himmel oder Hölle sein oder frei von jeglicher Trennung, frei von Projektionen und Vorstellungen. Wir wissen es nicht. Wir können jedoch zu Lebzeiten, die stille, reine Präsenz erfahren und praktizieren, die wir sind.
Wie wir arbeiten
Stille Meditation
Du übst, präsent zu bleiben, während Gedanken, Gefühle und Körperempfindungen kommen und gehen. So wird das „Dazwischen“ direkt erfahrbar – jenseits von Konzepten.Inspiration aus dem Tibetischen Buddhismus
Kurze Impulse eröffnen eine verständliche, praktische Sicht auf Bardo, Vergänglichkeit und die Möglichkeit innerer Freiheit im Alltag.Tibetan Pulsing (Körper- und Energiearbeit)
Eine feine, herzbasierte Methode, die das Nervensystem reguliert, gebundene Energie löst und dich sicher durch emotionale Wellen begleitet. Sie macht erfahrbar, wie Anspannung sich in Präsenz verwandeln kann.Achtsame Begleitung
Der Prozess ist intensiv und gleichzeitig traumasensibel. Es gibt Raum für Integration, Ruhe und persönliche Unterstützung.
Für wen ist dieser Prozess?
Für Menschen, die sich existenziellen Fragen stellen möchten.
Für alle, die spüren, dass Leben und Tod zusammengehören.
Für jene, die inmitten von Wandel und Unsicherheit eine innere Verankerung suchen.
Wir müssen nicht warten, bis ans Ende unseres Lebens, um uns selbst zu begegnen. Wir können hier und jetzt üben – mitten im Leben.
Vielleicht ist genau das gemeint mit dem alten Satz:
Stirb, bevor du stirbst.
Warum soll ich teilnehmen?
Loslassen lernen: Gewohnte Geschichten und Angstbilder zu Leben und Tod erkennen und weicher werden lassen.
Präsenz vertiefen: In der Lücke zwischen zwei Gedanken, zwei Atemzügen, zwei Schritten klar und freundlich bleiben.
Verbundenheit spüren: Dich selbst nicht mehr als getrennt erleben, sondern als Teil eines lebendigen Ganzen.
Alltagstauglich werden: Einsichten mitnehmen, die in Übergängen helfen – bei Entscheidungen, Abschieden, Neubeginnen.
Rahmen
In einem geschützten Rahmen verbinden sich:
stille Meditation
achtsame Selbsterforschung
bewegte Körper- und Energiearbeit
und Impulse aus der Weisheitstradition des Bardo
Es geht nicht um Dogmen oder exotische Rituale. Es geht um eine direkte Erfahrung:
Was geschieht in mir, wenn ich mich dem Unbekannten öffne?
Was stirbt?
Was bleibt?
The GAP ist kein bedrückender Rückzug ins Dunkle. Viele erleben den Prozess als intensiv, aber zugleich befreiend und lebendig. Phasen von Konfrontation wechseln mit Momenten von Klarheit, Leichtigkeit und sogar Humor.
Manchmal fühlt es sich an wie ein innerer Marathon.
Manchmal wie ein Tanz.
Manchmal wie das Lösen eines Knotens, den man lange mit sich getragen hat.
Was bleibt, ist eine tiefere Vertrautheit mit den eigenen Übergängen – im Leben wie im Sterben.
Hinweis: Der Prozess kann emotional berühren. Du entscheidest jederzeit, wie tief du gehen möchtest; Unterstützung ist vor Ort. Informationen zu Leitung, Zeiten, Voraussetzungen und Vorbereitung erhalten Teilnehmende nach der Anmeldung.
Informatives
Seminarbeginn: 3.April mit dem Abendessen/ Anreise ab nachmittags
Seminarende: 7. April mit dem Mittagessen/ ca. 14.30 Uhr
Leitungs -Team: Ranva I. Görner & Assistenz
Empfehlung für die Teilnahme:
Kennenlernen/Erfahrung der Körper- und Energiearbeit Tibetan Pulsing (mind. eine Einzel-Session) eine Liste mit AnwenderInnen wird bei Anmeldung zugesandt.
Preis: CHF/€ 580.– (CHF/€ 300.– bei wiederholter Teilnahme)
Exklusive Unterkunft und Mahlzeiten (bitte buche deine Unterkunft direkt mit dem Landguet Ried, siehe Schaltfläche weiter unten)
Information & Anmeldung bei Beatrice Bühler-Sager über die Schaltfläche hier unten
Ranva I. Görner Heilpraktikerin, Diplom-Pädagogin, Counselor, Yoga-Lehrerin/-Therapeutin, Tibetan Pulsing-Trainerin & Somatic Experiencing®Practitioner. 1995 Übertragung der BARDO-Bewusstseinsarbeit The GAP & The VOID. 2007 Begründung der Pulsare-Prozesse zur fühlenden und verkörperten Bewusstwerdung.